In unserem letzten Blog – Post haben wir über Gesichtsfeldausfälle bei Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Verletzungen berichtet. In diesem Blog wollen wir den Unterschied zu anderen Sehstörungen, deren Ursachen das Auge direkt betreffen, deutlich machen.

Was ist eine neurologisch bedingte Sehstörung (nbS)?

Sehverluste, deren Ursache ein Schlaganfall oder eine Hirnschädigung ist, werden als neurologisch bedingte Sehstörungen  bezeichnet.

Eine Homonyme Hemianopsie ist die häufigste Art der nbS. Die Gesichtsfelder beider Augen sind gleichermaßen betroffen (homonym), das rechte oder linke Gesichtsfeld beider Augen wird nicht mehr oder nur noch unvollständig wahrgenommen.

Hemianopsie nach Schlaganfall nur halbes Brandeburger Tor
homonyme Hemianopsie

Persistierende nbS können leider nicht mit Medikamenten oder Operationen behandelt werden. Hier können beispielsweise computergestützten Therapien helfen, welche am heimischen PC durchgeführt werden. So gibt es z.B. das Kompensationstraining NEC (kompensieren = ausgleichen, hier: Schwierigkeiten möglichst mit Augenbewegungen zu reduzieren) oder das Resitutionstraining VRT (restitutiv = wiederherstellend).

Veränderungen der Augen

Im Gegensatz zu nbS können Augenerkrankungen oft leichter von anderen Menschen wahrgenommen werden, weil sie von Veränderungen am Auge begleitet werden. Viele Augenprobleme bzw -krankheiten sind allgemein bekannt und werden daher oft leichter diagnostiziert und behandelt.
Wenn Sie Sehveränderungen erleben, sollten Sie umgehend Ihren Augenarzt aufsuchen und Ihre Symptome bestmöglich beschreiben.
Häufige Augenerkrankungen, die nicht mit einem neurologischen Ereignis zusammenhängen sind:

mit Grauem Star Brandeburger Tor nur verschwommen
beginnender grauer Star (Katarakt)
nach fortgeschrittenem Glaukom Brandeburger Tor kaum zu erkennen
fortgeschrittener grüner Star (Glaukom)

Beim Grauen Star (Katarakt) trübt sich vor allem in den späteren Lebensjahren die im Auge befindliche Linse und es entsteht der Eindruck vom verschwommen Sehen bzw. eines verschleierten Bilde. Zum Glück gibt es heute die Möglichkeit, mittels eines kleinen operativen Eingriffs die getrübte Linse durch eine Kunststofflinse auszutauschen, wodurch in den meisten Fällen die Sehkraft wieder hergestellt werden kann. Falls eine Operation nicht in Frage kommt, werden vergrößernde Sehhilfen wie Lupen, Bildschirmlesegeräte o.ä. eingesetzt.

Eine der häufigsten Sehbehinderungen im fortgeschrittenen Lebensalter ist die Altersbedingte Makula-Degeneration (AMD), welche in zwei Formen auftreten kann: der trockenen und der feuchten Makula-Degeneration. Folgen der Altersbedingte Makula-Degeneration: die Nervenzellen im Bereich des schärfsten Sehens (der Makula) werden zerstört. Die Person sieht Ihre Umwelt nur noch verschwommen, wie durch einen grauen Schleier.
Bei der trockenen AMD nimmt die Sehschärfe langsam, aber stetig ab. Um die Folgen der Krankheit zumindest teilweise auszugleichen, kommen vergrößernde Sehhilfen wie Lupen, Bildschirmlesegeräte o.ä. zum Einsatz.
Die feuchte AMD verläuft wesentlich schneller als die trockene AMD. Mit der Einführung der VEGF-Hemmer gibt es seit einiger Zeit Arzneimittel, die gezielt in den Krankheitsfortschritt der feuchten MD eingreifen. Der Wirkstoff wird direkt über eine intravitreale Injektion ins Auge eingebracht. VEGF-Hemmer blockieren den Wachstumsfaktor (Vascular Endothelial Growth Factor) der Gefäße im Auge und versuchen gleichzeitig, seine Arbeitsleistung herunter zu regeln. Dadurch sinkt die Gefahr unerwünschter Gefäßneubildungen bzw. von Flüssigkeitsansammlungen im Auge. Bereits vorhandene Ödeme können nicht mehr weiterwachsen und trocknen aus. Dadurch lässt sich das Fortschreiten der feuchten AMD verzögern und das Sehvermögen in einigen Fällen sogar verbessern.
Weitere Infos über: http://www.ratgeber-makula.de/amd/behandlung/intravitreale-injektion/prinzip-und-wirkstoffe/

Unter dem Begriff „Grüner Star“ (Glaukom) werden verschiedene Augenkrankheiten zusammengefasst, die mit einer Augeninnendruckerhöhung einhergehen. Üblicherweise liegt bei Erwachsenen der Augeninnendruck bei etwa 15 – 20 mm/Hg. Ist dieser Wert stark erhöht, führt dies zu einer irreparablen Schädigung des Sehnervs, die sich durch Gesichtsfeldausfälle bemerkbar macht. Es wird daher eine regelmäßige Untersuchung des Augeninnendrucks empfohlen. Um ein Fortschreiten der Krankheit zu verhindern, kommen entweder Medikamente oder eine Operation in Frage.

Mit der starken Zunahme der Krankheit Diabetes mellitus kommt es zwangsläufig auch vermehrt zu einer Schädigung der Augen durch die Diabetische Retinopathie. Bei dauernd erhöhten Blutzuckerwerten lagern sich im Auge Fett- und Eiweißstoffe in den empfindlichen Gefäßwänden ein, die dadurch brüchig werden und platzen können. Dies macht sich für den Betroffenen durch Gesichtsfeldausfälle bemerkbar. Eine Behandlung dieser Sehschädigung ist durch Laser- und Kältetherapie nur sehr bedingt möglich. Deshalb haben vorbeugende Maßnahmen hier höchste Priorität:

Bei der Retinopathia Pigmentosa (RP), die umgangssprachlich meist als „Retinitis Pigmentosa“ bezeichnet wird, handelt es sich um eine Gruppe erblich bedingter Netzhauterkrankungen. Erste Anzeichen sind in jungen Jahren
– sog Nachtblindheit, Sehverlust bereits in der Dämmerung,
– Schwierigkeiten bei der Hell-Dunkel-Anpassung,
– Blendempfindlichkeit.
Im fortgeschrittenen Stadium wird das Sehfeld, das beim gesunden Auge etwa 120/180 Grad beträgt, oft auf einen kleinen Bereich von nur wenigen Grad eingeschränkt, so dass man nur noch wie durch eine Röhre oder einen Tunnel sehen kann. Dies macht eine räumliche Orientierung praktisch unmöglich. Eine Therapie gegen die Ursachen der RP gibt es bisher nicht. Einige Forschungsprojekte zur Entwicklung von sog. Netzhaut-Implantaten (Retina-Implantat) sind bereits angelaufen. Jedoch sind schnelle Erfolge nicht in Sicht.

Für Therapien nach Hirnschädigung finden Sie hier zusammenfassende Informationen.

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Quellen:
http://www.absv.de/h%C3%A4ufige-augenkrankheiten
http://www.ratgeber-makula.de/amd/behandlung/intravitreale-injektion/prinzip-und-wirkstoffe/

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