Was ist eine transitorische ischämische Attacke?

Eine transitorische ischämische Attacke (kurz TIA) kann ein Vorbote für einen Schlaganfall sein – ca. 40% aller Schlaganfallpatienten erlitten vorher eine TIA.

TIA’s können zunächst mit einem Schlaganfall verwechselt werden, das liegt daran, dass die Symptome die gleichen sind. Aber was unterscheidet nun die TIA von einem Schlaganfall?

 

Schlaganfall vs. TIA

Schlaganfall: Eine Unterbrechung der Blutversorgung im Gehirn, welche so lang anhält, dass sie bleibende Schäden im Gehirn verursacht. Die Symptome des Schlaganfalls bilden sich u.U. nicht mehr (vollständig) zurück.

Transitorische ischämische Attacke (TIA): Eine kurzzeitige Minderversorgung des Gehirns mit Blut, welche keine bleibenden Schäden bzw. Symptome hinterlässt (die Symptome verschwinden innerhalb weniger Minuten oder Stunden).

Um mehr Klarheit zu schaffen werden wir nun einen genaueren Blick auf die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von TIA‘s.

 

Was ist eine transitorische ischämische Attacke?

Eine transitorische ischämische Attacke (TIA) ist eine Episode, in welcher eine Person Symptome eines Schlaganfalls erlebt (bspw. Benommenheit, Unfähigkeit zu Sprechen, verschwommen Sehen), welche nur für kurze Zeit anhält – für Minuten oder wenige Stunden, meist weniger als 60min.

Definiert wird eine TIA nämlich auch über die Dauer der Symptomatik – maximal 24h – sonst wird von einem ischämischen Schlaganfall gesprochen.

Über einen längeren Zeitraum gesehen (Wochen, Monate oder gar Jahre) kann es immer wieder zu einer TIA kommen, daher ist es wichtig herauszufinden, worin die Ursachen bestehen.

 

Was können die Ursachen für eine TIA sein?

Die meisten TIA’s resultieren aus einer Verengung der hirnversorgenden Arterien (z.B. Halsschlagader).

Diese Blutgefäße sollten eigentlich die Hirnzellen mit Sauerstoff versorgen, beinhalten sie jedoch große Einlagerungen aus Fett und Zellen, den sogenannt „Plaques“, kommt es zu einer Minder- oder gar gänzlich fehlenden Versorgung der Hirnzellen. Diese „Plaques“ fördern die Bildung von Blutgerinnseln (Thromben), welche die Arterie gänzlich verschließen können. Wenn sich ein Thrombus gebildet hat besteht die Gefahr, dass sich dieser löst und mit dem Blut in einen schmaleren Ast der Hirnarterien wandert und dort zu einer Verstopfung, der sogenannten Embolie, führt.

Wenn nun das versorgende Gefäß für mehrere Minuten blockiert wird, kann dies zu einer Hirnschädigung führen.

Die Anzahl an Personen pro Jahr, die eine TIA erleiden kann nicht genau ermittelt werden, da von einem großen Teil der Betroffenen die Störungen nicht als typische TIA-Symptome erkannt werden.

Wichtig ist jedoch, eine TIA ernst zu nehmen, denn bei ca. 10–30 % der Betroffenen folgt ein Schlaganfall innerhalb der nächsten 5 Jahre. Dies gilt besonders in den ersten drei Tagen nach einer TIA, bei einer Symptomdauer von über zehn Minuten und bei Patienten, die älter als 60 Jahre sind.

TIA durch verstopfte Blutgefäße in Hals-und Hirngefäße

häufige Symptome

 Gesicht, Arme, Hände und oder Beine fühlen sich taub oder kraftlos an

  • Schwierigkeiten beim Sprechen (undeutlich/genuschelt oder ganz unverständlich), Unfähigkeit zu Reden
  • Verschwommen oder doppelt Sehen, plötzlich vermindertes Sehvermögen auf einem oder beiden Augen

Die Symptome sind mit denen eines Schlaganfalls identisch. Wenn es zum Auftreten der oben genannten Symptome kommt, kann man zunächst nicht unterscheiden, ob es sich um eine TIA oder einen Schlaganfall handelt – rufen Sie daher unbedingt SOFORT den Notarzt an, wählen Sie einfach die 112, dies ist in ganz Europa möglich.

 

Risikofaktoren

Eine Vielzahl von Faktoren kann das Risiko für eine TIA erhöhen:

  • Alter über 40 Jahren
  • Herzerkrankungen (zum Beispiel Vorhofflimmern, Verengung der Herzkranzgefäße)
  • Hoher Blutdruck
  • Rauchen
  • Diabetes
  • Hoher Blut-Cholesterinspiegel
  • illegaler Drogenkonsum oder schwerer Alkoholkonsum
  • eine kürzlich zurück liegende Geburt
  • eine transitorische ischämische Attacke in der Vorgeschichte
  • überwiegend Tätigkeiten im Sitzen und Bewegungsmangel
  • Fettleibigkeit
  • Aktuelle oder vergangene Vorgeschichte von Blutgerinnseln

 

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der TIA und sollte schnellstmöglich nach dem Auftreten der ersten Symptome erfolgen, Ziel ist es, das Risiko für einen Schlaganfall zu senken.

  • Risikofaktoren weitestgehend eliminieren – z.B. Senkung eines zu hohen Blutdrucks oder Cholesterinwertes
  • Antithrombozytentherapie/Thrombolyse – Medikamente zum Auflösen von Blutgerinnseln, vorher müssen jedoch Blutungsmöglichkeiten (z.B. im Gehirn mittels CT) ausgeschlossen werden
  • Antikoagulation – Medikamentöse Hemmung der Blutgerinnung; dies soll verhindern, dass das betroffene Gefäß noch mehr oder wieder verstopft.
  • Revaskularisation – Wiederherstellung/Verbesserung der Durchblutung (z.B. eine Bypass-Operation oder das Wiedereinsprossen von Kapillaren in ein Infarktareal)

Die Prävention einer TIA oder eines Schlaganfalls basiert auf einer gesunden Lebensweise und dem Umgang mit Risikofaktoren. Sie haben es in der Hand die Risikofaktoren zu beeinflussen und damit Ihr Schlaganfallrisiko zu senken.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Blog „8 Wege sich besser vor einem neuen Schlaganfall zu schützen“.

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